12 Jun

Evolution

Als der Mensch zum Menschen wurde, war die Welt ganz dicht bewaldet. Auch in Europa? Ja, hier gab’s sogar einen so genannten Urwald. Die letzten Überbleibsel im polnischen Raum werden gerade abgeholzt, die Proteste dagegen sind im Sande verlaufen. »Im Sande verlaufen« – wie passend 😉

Die Grundlage, damit der Mensch überhaupt erst sesshaft werden konnte, waren Ackerbau und Viehzucht. Für unsere Landwirtschaft benötigen wir jedoch Fläche. Ziemlich viiiiel Fläche. Holz ist stellte noch dazu einen wichtigen Energiespender (Feuer) und wertvolles Baumaterial (Häuser, Schiffe) dar. Und irgendwie müssen wir uns damals ganz genau abgesprochen haben, was wir genau tun dürfen und was nicht. Also es wurde immer daran gedacht, Korn nachzupflanzen, für Nachwuchs beim Vieh zu sorgen, nach Gold und Edelsteinen zu buddeln, aber einen Baum nachpflanzen, das haben wir uns wahrscheinlich gegenseitig erfolgreich untersagt. Bill Bryson beschreibt das in seinem Buch »Eine kurze Geschichte von fast allem« sehr anschaulich und unterhaltsam.
Evolution des Menschen, Wald, Baum, Bäume, Natur, Abholzen, Klimawandel
Unterhaltsam könnte man das auch alles finden, wenn wir nicht durch eine Klimakatastrophe bedroht sein würden. Einige Klimaforscher meinen ja, dass zu viel Wald gar nicht so gut sei für unseren Planeten, denn Wald ist nunmal dunkel und die Sonnenstrahlen würden dadurch stärker absorbiert werden, was wiederum zu einer noch schnelleren Klimaerwärmung führen könnte. Hingegen sind Wüsten angeblich richtig gut. Sie reflektieren einen großen Teil der Sonnenstrahlen und auch mikrofeiner Siliziumstaub, also Abrieb, der durch Erosion entsteht und durch die Bewegung der Luftmassen empor getrieben wird, unterstützt diesen Reflexionseffekt.

Hmmmm. Wenn ich an dieser Stelle einfach einmal meine Augen schließe und mich im Hochsommer inmitten eines dichten Waldes stelle, dann empfinde ich gar nicht solch hohe Temperaturen. Auch die Luft ist eher in einem gesunden Maß mit Wasser gesättigt. Ist ja klar, diese vielen Wurzeln, der feuchte Boden, Milliarden von Mikroorganismen …

… hingegen zu selben Zeit in die Sahara gestellt …

… ok. Hier halte ich es keine Stunde lang aus und beende einfach schnell mein Kopfexperiment.

Diese Klimaforscher zeigen auch die Möglichkeiten eines so genannten Geoengineerings auf. Also was man global, auf dem ganzen Planeten tun könnte, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Man könnte zum Beispiel CO2 in den Boden pumpen oder auch ganze Landstriche mit Farbe überziehen. Ich hoffe nicht, dass ich es miterleben werde, wie aus Löschflugzeugen weiße Farbe über Wälder versprüht wird, damit schön viel Sonnenlicht reflektiert wird 😉

Andere Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Bäume doch gar nicht so schlecht für das Klima sein sollen. Hab ich letztens in einem Radiobericht gehört (die Quelle muss ich euch leider schuldig bleiben, die Sicherheit beim Fahren war mir gerade wichtiger). Da hat man kleine Lebensräume innerhalb von urbanen Städten untersucht, also wahrscheinlich wenn drei Bäume in einer Betonsiedlung zu finden waren, und Temperaturunterschiede wahrgenommen. Auch was Luftfeuchtigkeit und weitere Merkmale angeht, fanden die Forscher das gar nicht so schlecht. Sie sagten aber gleichzeitig, dass das Klima unwahrscheinlich viele Einflussfaktoren haben würde und dass man globale Auswirkungen noch gar nicht richtig vorhersagen kann, weil es gar keine so große Rechenkapazität geben würde, um solche komplexen Modelle berechnen zu können.

Ich weiß nicht – für mich bedeuten Bäume immer CO2-Umformer, Sauerstoff- und Schattenspender, Lebensraumbringer, Wasserspeicher und Temperaturwohlfühlgeneraturen, klimaneutrale Energieträger und in Summe ein richtig toller Freund des Menschen. Hingegen Wüsten, seien es nun Eis-, Beton- oder richtige Sandwüsten, assoziiere ich mit, sagen wir einmal nicht gerade lebensfördernd. Man findet dort nur wenige Lebensformen. Die Artenvielfalt ist ebenfalls sehr begrenzt. Aber das ist ganz unwissenschaftlich und stellt nur eine Meinung dar, wie das Empfinden in unserer Heimat:

In unserer Gegend gibt es immer mal wieder kleine Stürme. Also »Sturm« übertreibt wahrscheinlich die Bewegung unserer Luftmassen so ziemlich, aber »starke Winde« könnte man vielleicht sagen. Während der letzten starken Winde sind wieder einige große, mächtige und alte Bäume umgekippt. Nun könnte man meinen, aus Altersschwäche, aber viele ganz alte und offensichtlich tote stehen sogar noch. Der Unterschied ist, in deren Umgebung stehen weitere Bäume. Frei stehende Bäume werden entwurzelt und kippen einfach um. Mir scheint, dass immer mehr Bäume Stürmen zum Opfer fallen, weil auch hier die Dichte an Bäumen eher ab, als zunimmt. Aber das ist nur mein ganz subjektiver Eindruck. Genaue Daten und Fakten liegen sicherlich unserer politischen Führung vor und die wissen bestimmt ganz genau, was sie da tun. Oder noch tun wollen. Irgendwann wahrscheinlich 😉

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