14 Okt

Pommes rot – weiß – gelb – braun?!

Die EU möchte, dass wir weniger Acrylamid essen.

Acrylamid steht schon seit vielen Jahren im Verdacht, stark krebsfördernd zu sein. Das hat man anhand von Tierversuchen vor einigen Jahren gezeigt und schwupps – ging es auch durch die Presse.

Wo findet man überall Acrylamide im Essen?

Wenn stärkehaltige Lebensmittel, wie z. B. Produkte aus Kartoffen, Weizen, Mais etc. wie z. B. Pommes frites, Chips, Krokette etc. stark erhitzt werden, bilden sich diese sehr schlimmen Acrylamide. Aber auch stark gerösteter Kaffee oder auch kross angebratenes oder gegrilltes Fleisch sieht ja gern schon einmal ziemlich dunkelbraun aus und jeder kennt bestimmt diese schwarzen Streifen, die gar nicht so gesund sind, aber vielen gut schmecken. Da sieht man auch schon einmal einen Sternekoch, der irgend etwas stückchenweise anbrennen lässt und über tolle Röstaromen berichtet. Es scheint also, als sei der Zusammenhang zwischen der Färbung des Lebensmittels und dem Acrylamidgehalt noch nicht so stark in allen Köpfen verbreitet.

Was kann man da tun? Eine Farbtabelle soll helfen, gute Pommes frites von schlechten zu unterscheiden. Je dunkler, um so größer ist der Acrylamidgehalt, um so schlechter ist das für den Konsumenten. Ok. Jetzt wird es also demnächst ein Gesetz geben, das jede Frittenbude dazu verpflichten wird, solch eine Farbtabelle aufhängen zu müssen. Damit sich der Konsument informieren kann. Er kann dann selbstbestimmt entscheiden 😉

Pomes frites, Farbtabelle, Gehalt an Acryamiden
Ich stelle mir gerade einen Endkunden vor, der am Bahnhof hungrig gerade eine Portion Pommes rot-weiß bekommen hat, auf seine frittierten Kartoffeln schaut und dann zu dieser Farbtafel. Wahrscheinlich wandern die Augen immer wieder hin und her. Und dann wird er den Frittenbudenbetreiber fragen, warum er dem Bauern, der seine Kartoffeln erzeugt hat nicht gesagt hat, dass er nicht solche so stark stärkehaltigen Kartoffeln anbauen soll. Und er wird seine Schale schmollend zurückgeben. Ja genau, es wird geeenau so kommen 😉

Ganz ehrlich – dem Endkunden an der Theke und dem letzten in der Erzeugerkette das aufzubrummen ist doch wahrscheinlich ein schlechter Witz – oder?

Wenn dem Endkunden die Möglichkeit eingeräumt werden kann, dass er im Supermarkt in der Gemüseecke zwischen krummen und geraden Gurken wählen kann, dann handelt es sich eher um eine selbstbestimmte Kundenentscheidung. Aber genau an dieser Stelle hatten wir ja schon einmal eine EU-Gesetzgebung, welche die Gurkenform normierte, sodass gar keine krummen Gurken mehr zu finden waren.

krumme gesunde Gurke

 

Übrigens – es schimpfen viele über EU-Gesetze, aber das mit dieser normierten Gurkenform führt zurück auf einen Antrag Deutschlands.

Pommes noch essen oder lieber nicht?
Toll ist ein Hinweis auf Tiefkühl-Pommes. Dort soll eine Backtemperatur von zwischen 150 bis maximal 175°C empfohlen werden, denn erst ab so um die 200°C entstehen Acrylamide. Auf diesen Verpackungen ist so viel Platz, da könnte man sich sogar noch so eine kleine Farbampel vorstellen – das wäre gute Konsumentenaufklärung. Und wenn dann noch vorgeschrieben wird, dass standardmäßig ein Hinweis auf weiterführende Informationen unter www.deutschland-riegel.de zu finden sind, würden wir das natürlich sehr begrüßen. Ich denke, wir schicken einmal einige unserer Lobbyisten nach Brüssel 😉

Quelle der angeblichen Gesetzesanbahnung: Deutschlandfunk Nova – in dieser Woche ganz frisch gehört – 11.10.2017

Ein Gedanke zu “Pommes rot – weiß – gelb – braun?!

  1. Bei 2/3 der Pommesbrater werden schon frittierte Pommes weil sie kalt wurden wieder zurück ins Bratfett befördert und somit 3 und 4 mal frittierte also ist eine solche Pommesverordnung nicht schlecht….. ist schade dass es aus Geldgier eine solche Verordnung geben muß

    • Ja, da haben Sie Recht. Es ist sehr schade, dass es überhaupt zu solchen Regelungen kommen muss, nur weil die Moral einiger Menschen versagt. Wenn man sich einmal vorstellt, wie viel Möglichkeiten es gibt, zu manipulieren und über wie viele Skandale bereits berichtet wurde. Jede einzelne unmoralische Handlung bringt den Konsumenten zwar nicht gleich um, aber wie sagt man: Die Menge macht das Gift.

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