25 Dez

Die wirklich wahre Geschichte

Das hier ist die wirklich wahre Geschichte, die Weihnachten erklärt

Es war einmal ein geschäftstüchtiges Paar, der eine hieß »Sum« und der andere »Kon«, das sich jedes Jahr aufs Neue darüber ärgerte, dass gerade in der grauen und kalten Jahreszeit nie wirklich etwas los war. Eines Tages meinte Kon zu Sum: »Wollen wir alle Menschen rings um diesen Planeten mal so richtig verarschen?«

Darauf Sum: »Why not!« (daraus entstand dann später der Begriff »Weihnacht«)

»Wir sagen einfach allen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr, sagen wir einfach einmal zum 24. Dezember, jedem durch das Kaufen von Konsumartikeln zeigen müssen, wie lieb sie ihn haben. Je größer und teurer das Geschenk, um so größer wird die wirkliche Liebe zum anderen ausgedrückt. Wäre das nicht toll?«

Nachdem dieses einfallsreiche Pärchen nun beschlossen hatte, die Welt einmal richtig und wiederkehrend zu verarschen, zogen sie los durch die Lande, um allen Menschen Glück in Form von Konsum zu bringen.

»Wenn wir so durch die Welt ziehen und alle Menschen überzeugen, werden wir wahrscheinlich hin und wieder auf einige treffen, die wir bestimmt nicht zum Konsum bekehren können. Es wäre doch reinste Ressourcenverschwendung, wenn wir diese Menschen dann immer wieder versuchen würden, vom heiligen Konsum überzeugen zu wollen. Es müsste irgend ein Erkennungszeichen geben, was wir Ihnen auf ihre Stirn tätowieren oder so etwas. Was meinst Du?«

»Hm. Du hast Recht. Lass uns ihnen einfach befehlen, dass sie, wenn sie dem Konsum frönen, in den Wald laufen und sich einen Baum abholzen sollen. Den sollen sie sich dann als Zeichen direkt in ihr Wohnzimmer stellen.«

»Aber was ist, wenn wir während einer Spätschicht oder gar abends an den Häusern vorbeikommen? Dann werden wir außer Dunkelheit nichts erkennen können!«

»Ok – Du hast Recht. Wir sagen ihnen einfach noch, dass sie ihre Bäume zusätzlich mit allem möglichen Glitzerzeug und Lichtern behängen sollen.«

»Und Du glaubst wirklich, dass sie das tun werden?«

»Na klar, was denkst Du denn – einige werden sich ganz besonders hervortuen und werden sogar ihre Häuser außen mit Lichtern behängen, sodass wir diese Konsumkinder schon von Weitem werden erkennen können.«

Das Paar schrieb dann später einen Bestseller namens »Bibel«, den sie geschickt mit PR-Texten würzten. Es wurde der reinste Verkaufsschlager, später nur getoppt vom IKEA-Katalog.
Weihnachtsmann
Noch später dann folgte die in diesem Zusammenhang eigentlich genialste Idee, nämlich die Erfindung der Teufelsgeldverschwindungslöcher. Das kluge Pärchen überlegte sich nämlich, dass es den Volkswirtschaften dieser Welt gar nicht so gut tun würde, wenn ihnen ein Teil des Gewinns durch Steuern zur Verfügung gestellt werden würde. Sie kämen dann wohlmöglich noch auf dumme Gedanken, damit die eigene Infrastruktur erhalten zu wollen oder gar neue Kindergärten, oder solch einen Unsinn, bauen zu lassen.

»Das Geld muss weg, aber so richtig von der Bildfläche verschwinden!« meinte der eine.

Das überaus erfolgreiche und geschäftstüchtige Paar reiste also wieder rund um die Welt und suchte sich die schönsten Inseln und Plätze aus und handelte mit den einzelnen Staaten Deals aus, indem sie den Politikern einen kleinen Happen von dem Geld abgaben, das sie ab sofort hier hinspülen wollten, wenn sie nur 0,004 % Steuern zahlen müssten.

»Aber „Teufelsgeldverschwindungslöcher“ können wir das nicht nennen, meinte der eine nachdenklich. Daraufhin entgegnete der andere: »Lass‘ es uns einfach „Steuer-Oasen“ nennen! Das hört sich schön positiv an. Und wir verlassen uns einfach auf die Gier des Menschen und dann wird das schon funktionieren.«

Gesagt – getan. Staatslenker wurden reihenweise schwach und sind es bis heute geblieben. Aktuell sorgt der Weihnachtskonsum für unendlich viele Dinge, die man unbedingt haben muss und schon nach kurzer Zeit wieder in den Müll werfen kann, weil es eine neue Version gibt, die natürlich wieder wahnsinnig viel besser ist. Das sorgt für glückliche Gesichter an Geschäftsleuten rund um den Globus und gleichzeitig böse Kindesgesichter, wenn die Eltern doch den falschen Markenartikel gekauft haben. Das konditioniert wiederum viele viele Eltern und sorgt für immer neue Konsumrekordsummen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann brüten sie noch heute tolle Ideen und Geschichten aus, um die halbe Welt zu verarschen und fragen sich dabei immer: »Why not?«

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und eine geruhsame Zeit im Kreise Eurer Liebsten, um die Achtsamkeit auf die wichtigen Dinge im Leben lenken zu können.

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